Lebenserwartung

Wie alt wurden die Großeltern?

Es ist die Frage, die beim Welpenkauf fast nie gestellt wird — und eine der wenigen, auf die es eine belastbare Antwort geben kann. Denn für ein langes Leben gibt es keinen Test. Es gibt nur Aufzeichnungen.

Ein alter Berner Sennenhund mit grauer Schnauze liegt ruhig in einer Abendwiese, dahinter eine weite Hügellandschaft im Dämmerlicht.
Ein alter Hund ist kein Zufall und kein Verdienst des Halters allein. Er ist auch das Ergebnis von Entscheidungen, die vor seiner Geburt getroffen wurden.

Manche Rassen sterben früh

Es gibt Rassen, bei denen die durchschnittliche Lebenserwartung deutlich unter dem liegt, was ein Hund dieser Größe erreichen könnte. Beim Berner Sennenhund ist das gut dokumentiert: Die Rasse ist überdurchschnittlich häufig von aggressiven Krebserkrankungen betroffen, und diese Erkrankungen sind der Hauptgrund für die kurze Lebensspanne.

Das ist ausdrücklich kein Argument gegen die Rasse. Es ist der Grund, warum ausgerechnet dort besonders genau hingesehen wird. Ein Problem, das man kennt und erfasst, ist bearbeitbar. Eines, über das niemand spricht, bleibt.

Für Langlebigkeit gibt es keinen Gentest

Bei vielen Erbkrankheiten genügt heute eine Speichelprobe: ein Gen, ein Befund, eine klare Regel für die Verpaarung. Langlebigkeit funktioniert nicht so. Sie hängt an vielen Genen gleichzeitig, dazu an Umwelt, Haltung und Zufall. Es gibt keinen Test, der sagt: Dieser Hund wird alt.

Was es gibt, ist die Familie. Wer lange lebte, hinterlässt Nachkommen, die häufiger lange leben.

Deshalb bleibt nur ein Werkzeug: aufschreiben, wie alt die Vorfahren wurden und woran sie gestorben sind. Eltern, Großeltern, über Generationen. Aus vielen einzelnen Einträgen entsteht ein Bild, das kein einzelner Züchter allein hätte.

Was daraus entsteht

Die Daten führen nicht dazu, dass ein Hund ausgeschlossen wird — Alter ist kein Befund, den man an einem lebenden Tier feststellen könnte. Sie führen zu etwas anderem: zur Wahl des Partners. Häufen sich in einer Linie frühe Todesfälle, wird diese Linie nicht mit einer zweiten kurzlebigen verpaart. Wer aus einer nachweislich langlebigen Familie stammt, wird bevorzugt eingesetzt.

Das ist unspektakulär und wirkt langsam. Es ist trotzdem der einzige Weg, der bei einem Merkmal funktioniert, für das es keinen Labortest gibt.

Zwei Berner Sennenhunde liegen nebeneinander im Abendlicht, der linke deutlich ergraut, der rechte jung.
Zwei Generationen nebeneinander. Was der ältere Hund erreicht hat, ist die Information, die dem jüngeren nützt.
Nahaufnahme eines älteren Berner Sennenhundes mit ergrauter Schnauze und ruhigem Blick.

Drei Fragen, die weiterführen

Ein langes Leben ist kein Versprechen. Aber es ist eine Absicht, die man belegen kann.

Deswegen gibt es ZEUS

ZEUS ist ein Qualzucht-Präventionsprogramm für Züchterinnen und Züchter. Wo eine Rasse als kurzlebig bekannt ist, gehört die Erfassung von Lebensalter und Todesursache der Vorfahren zu den Pflichten des Züchters — nicht als freiwillige Zusatzleistung, sondern als Teil des Programms, an dem er teilnimmt.

Für den Käufer heißt das: Es gibt eine Stelle, an der diese Angaben zusammenlaufen. Zu jedem Welpen gehört ein Qualzuchtpräventions­zertifikat mit einem Kontrollcode, den Sie auf der ZEUS-Website eintippen. Für Sie kostenlos.

Zertifikat prüfen
ZEUS-Siegel „Qualzuchtfrei“.
Geprüft wird vor der Verpaarung — dann, wenn sich noch etwas entscheiden lässt.

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